Trauer ist ein unbequemes, unbeliebtes und für viele Menschen auch beängstigendes Thema. Das Wort Trauer ist uns nicht willkommen.
Weil wir nicht wissen, wie wir mit unserer Trauer umgehen können, sperren wir sie aus unserem Gefühlsleben aus. Wir verdrängen, ignorieren, überspielen sie.
Es gibt viele Methoden, Trauer nicht wahrzunehmen.
Was ist Trauer?
Im Duden lesen wir: „Seelischer Schmerz über ein Unglück
oder einen Verlust.“
Diese Erklärung lässt bereits erahnen, dass es viele Anlässe für Trauer gibt.
Der „klassische“ Trauerfall ist der Todesfall. Hier ist das Trauern sozial und gesellschaftlich anerkannt. Wenn auch nur für einen relativ begrenzten Zeitraum:
Das TRAUERJAHR ist ein feststehender Begriff.
Aber oft haben Trauernde erst nach über einem Jahr ihren Verlust richtig realisiert. Oft stecken sie noch mitten in tiefster Trauerarbeit.
Denn das ist es: Arbeit. Trauern ist Schwerstarbeit für Körper und Seele.
Trauer sitzt im Nacken, liegt im Magen, wiegt schwer, zerreißt uns, bricht uns
das Herz. Und je mehr wir sie emotional ignorieren, desto mehr macht sie sich
körperlich bemerkbar: „Schau her, sieh mich an, ich bin ein Teil von dir. Schick‘ mich nicht ständig weg.“
Trauer entsteht nicht allein nur durch den Tod. Auch Trennung, Scheidung, Arbeitslosigkeit und das Ende einer Freundschaft lösen Trauer aus. Ebenfalls verpasste Chancen, Pläne, die nie realisiert wurden, Gesagtes oder Ungesagtes - jeder Mensch trägt seine individuelle Trauer.
Trauer begegnet mir persönlich täglich.
Oft wird sie von meinen Klienten gar nicht als solche erkannt. Und dennoch kann sie krank machen oder die Heilung blockieren. Trauer ist vielseitig. Sie ist aber auch ein kooperativer Partner im Heilungsprozess.
Wenn unsere Trauer vom „Feind“ zum Weggefährten wird, das ist Teil meiner Therapie, sind wir auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilung.

